DSMS-Forensik | Zielgruppe

Digitale Monitorisierung für unterschiedliche Deliktklassen

DSMS bei sexual-straftätern

Ein Rückfall ist oftmals der Endpunkt davor liegenden Ereignissen, die eine erneute Tat begünstigen. Ein Ablaufmodell zur Erklärung des Rückfallprozess hat beispielsweise Rehder (2003) vorgelegt. In dem Modell wird ein Rückfall wie folgt konzeptualisiert:

 

Rückfallmodell

Sehen Sie hier ein Rückfallmodell von Sexualstraftaten

Ablaufmodell der Rückfall-Prävention (in anlehnung an rehder, 2003)

Ward und Hudson (1998) haben in ihrem Modell vier Typen von rückfälligen Sexualstraftätern gegeneinander kontrastiert.

Vermeidend passiver Rückfalltyp:

Dieser Typ möchte grundsätzlich einen Rückfall vermeiden. Ihm fehlen aber die Fähigkeiten aktiv einem Rückfall zu begegnen. Selbstregulatorische Strategien und andere Bewältigungsstrategien werden nicht aktiv eingesetzt.

Vermeidend aktiver Rückfalltyp:

Auch dieser Typ möchte einen Rückfall verhindern. Er setzt aber ineffiziente Bewältigungs-Strategien ein (z.B. Alkoholkonsum, Masturbation zu devianten Fantasien), die paradoxerweise die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls erhöhen.

Annähernd «automatischer» Rückfalltyp:

Dieser Typ zeigt annäherndes bzw. aufsuchendes Verhalten für einen Rückfall. Das Verhalten ist aber nicht explizit geplant, sondern durch Skripts gesteuert, impulsiv und nur rudimentär durchdacht.

Annähernd expliziter Rückfalltyp:

Dieser Typ zeichnet sich durch einen expliziten Planungsgrad für einen Rückfall aus. Seine Selbstregulation ist vollkommen gegeben und sein Verhalten ist systematisch und strategisch.

Gemeinsam ist den unterschiedlichen Rückfalltypen, dass spezifische Lebensereignisse den Wunsch nach devianten sexuellen Aktivitäten anstossen können. In Abhängigkeit von der oben beschrieben Typologisierung können nun ganz unterschiedliche Ziele gewählt werden, um mit dem potenziellen Tatwunsch umzugehen. Damit verbunden ist auch der Strategieeinsatz , der entweder als vermeidend oder als annähernd klassifiziert werden kann.  Gemeinsam ist den unterschiedlichen Zielen oder Strategien, dass sie Hoch-Risiko-Situationen evozieren können.

P1020224

digitale Befragung von Sexual-straftätern

Basierend auf den skizzierten theoretischen Überlegungen muss eine digitale Monitorisierung somit folgende Fragen beantworten können:

  • Zeichnen sich bei der Person aktuell kritische Lebensereignisse ab?
  • Begünstigen diese Lebensereignisse und die damit verbundenen Affekte deviante sexuelle Fantasien?
  • Unter welcher Typologisierung für einen möglichen Rückfall ist die Person zu verorten?
  • Welche Ziele verfolgt die Person?
  • Mit welchen Strategien begegnet die Person dem Tatwunsch?
  • Wie effizient ist der Strategieeinsatz?
  • Begibt sich die Person in Hoch-Risiko-Situationen?
  • Zeigt die Person Verhalten, das als Vorgestalt eines Rückfalls interpretiert werden kann?
  • etc.

Ziel einer Monitorisierung ist die frühzeitige Identifikation von Risikokonstellationen, um mit geeigneten Massnahmen und Interventionen einem Rückfall zu begegnen.

P1020237
DSMS Forensik

Kostenfrei
Ansehen